Die Baumpresse

seit knapp 200 Jahren im Dienst

Unser Weingut ist eines der letzten weltweit, das die gesamte Produktion
heute noch mit der Baumpresse verarbeitet. Diese ist seit 1820 im Einsatz. 

Der enorme Aufwand lohnt sich. Wir gewinnen die qualitativ hochwertigsten Weine:
GESCHMACKVOLLFRISCH – HARMONISCH

Baumpresse - Skizze

Aufwändige Verarbeitung, die sich lohnt

Die Trauben werden kalt gepresst und sind zu 100% frisch und handverlesen geerntet. Die schonende und langsame Pressung, mit gleichbleibend niedrigem Druck garantiert höchste Weinqualität. Der Most ist extrem gerbstoffarm, weil die Traubenkämme und -kerne nicht zermahlen und beschädigt werden.

Das Traubengerüst dient als Saftablauf und der Most wird durch den Presskuchen vorfiltriert, Trubstoffe werden zurück gehalten. Das Ergebnis sind besonders nährstoffreiche und enzymhaltige klare Moste. So steht für die Vergärung hochwertiger sauberer Most zur Verfügung. Im Presskorb bleibt der Presskuchen zurück.

Dieser wird je nach Sorte mit der Hand aufgelockert und teilweise noch einmal gepresst. Durch dieses Scheitern (Zerklüften des Presskuchens und Wiederbefüllung) dauert der Pressvorgang bis zu 12 Stunden. Nach dem Pressen wird der Presskuchen als natürlicher Dünger zurück in die Weingärten gebracht. Dies schließt den natürlichen Kreislauf.

Die Baumpresse ist Denkmal der Weinkultur Österreichs.

Geschichte mit dynamischer Tradition

Der Pressbaum ist knapp 8,40 m lang und wurde aus einer gediegenen Eiche im Jahr 1820 gefertigt. Auch Hengst genannt, wurde er durch den fast zwei Tonnen schweren Press-Stein mittels hölzerner Spindel gehoben bzw. gesenkt. Dies erfolgte händisch, von zwei Männern, die durch das Gehen im Kreis die Spindel und damit den Pressbaum bewegt haben. Zunächst musste dieser mittels Spindel nach oben gedrückt werden. Nachdem die sog. ‚Bauern‚ (massive Holzpflöcke) über den zu pressenden Trauben bis zum Baum aufgebaut waren, wurde der Press-Stein hinauf gedreht. Damit wirkt er als Hebel-Gewicht, um über die ‚Bauern‘ auf das Lesegut zu drücken.

1954 wurde die hölzerne Spindel durch eine Südbahnwinde ersetzt. Dies ist eine Zahnstange mit einem kurbelbetriebenen Eisen-Rad. Dank eines elektrobetriebenen Motors, der dieses Spindel-Rad betreibt, ist das Heben des Baumes heute rascher und einfacher möglich. Der Pressvorgang selbst ist jedoch wie er immer schon war: einfach schonend entschleunigend.

 

Die Baumpresse ist durch die naturnahe und schonende Verarbeitung der Trauben Grundlage exzellenter Weine.

Verarbeitung mit den Gesetzen der Natur

Der Presskorb wird mittels der darüber liegenden Maischehochbehälter gefüllt. Beim Pressen drücken der bewegliche Pressbaum und das Gewicht des Presssteins mittels Hebelwirkung auf das Lesegut. Durch Schub- und Brust-Riegel wird der Pressbaum der Höhe nach fixiert. Der Presskorb steht auf einem Pressboden über den der Most in den Mostgrand abfließt. Dieser ist heute aus Edelstahl gefertigt. Durch ein natürliches Gefälle kann der Most in den Keller für die Weinbereitung ohne Pumpvorgang ablaufen.